Chez Skypé

Was tut man nicht alles, um irgendwann zu erzählen, was man nicht alles getan hat. Skype-Dinner zum Beispiel. „Bescheuert“ ist das Prädikat, dass mir dazu als erstes in den Sinn kommt. War es aber gar nicht. Klar, wenn ich es mir aussuchen kann, dann ziehe ich richtige Menschen ihrem Abbild vor. Aber wenn die Alternative ist, die Freunde eine gefühlte Ewigkeit gar nicht zu sehen, dann probiert man einfach mal was aus und lässt sich angenehm überraschen. So ein Skype-Dinner ist der Selbstachtung keinesfalls abträglich. 

Es ist schon eine Woche her und erst jetzt schaffe ich es, diesen Beitrag zu schreiben. Nicht weil ich soviel zu tun hätte. Oder weil es soviel aufzuschreiben gäbe. Ganz im Gegenteil. Das Projekt  Coronatagebuch krankt eher an der aktuellen Ereignisarmut, die sich in meinem Leben breitmacht und die Trägheit mitbringt. Ich bin durch die Untätigkeit schon so ineffizient geworden, dass ich mich am Ende des Tages frage, was ich eigentlich seit dessen Anfang gemacht so habe. Manchmal habe ich keine Antwort, schon gar keine vernünftige. Hätte ich eine, würde wohl häufiger facebook darin vorkommen. 

Doch zurück zu diesem denkwürdigen Abend des vergangenen Samstags. Der Tisch war gedeckt: Messer, Gabel, Schere, Licht und iMac. Darauf Skype. Und damit ich wir auch ein Souvenir haben, daneben auf einem Manfrotto meine Nikon D750, die ich übers Smartphone fernsteuerte. 

Das Essen lieferte Krug, das gemütliche Restaurant in der Paul-Roosen-Straße. Ich bin noch immer beeindruckt, dass sie es tatsächlich geschafft haben, fast synchron zu servieren – bei der Messe und aufm Kiez. Ungefähr 2 Minuten versetzt kamen die Lieferungen an, aber das ist noch im 5-Sterne-Rahmen, finde ich. 

Zugegeben: Man hat schon bessere Foodfotos gesehen. War aber auch ein Essen und kein Shooting.

Es gab Ziegenkäse-Mousse, Boeuf Bourguignon und Toblerone-Mousse. Den Wein hatten wir schon zu Hause: einen Weißburgunder von Geil anno 2018. Wein war wahrlich wunderbar, Essen ok. Die anderen fanden es ganz toll, nur ich war etwas gelangweilt. Hätte ich auch gekonnt, war mein erster Gedanke beim Boeuf. Vermutlich vermessen, aber…

Heute soll dasselbe nochmal passieren. Mit 8 Leuten! Wie das wohl schmeckt?

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